Das bevorzugte Habitat ist die afrikanische Savanne. Bewaldete oder wüstenhaft trockene Gegenden meidet der Wildhund. Er lebt in allen Grassteppen Afrikas südlich der Sahara; Zeichnungen aus dem alten Ägypten deuten daraufhin, dass er einst auch nördlich der Sahara vorgekommen sein könnte. Heute ist das Verbreitungsgebiet allerdings stark fragmentiert. Durch Nachstellungen, Lebensraumverlust und Krankheiten wie Staupe und Tollwut ist er eines der seltensten Großsäugetiere Afrikas geworden. Überlebensfähige Populationen gibt es nur noch in Kenia, Tansania, Sambia, Simbabwe, Botswana, und im südafrikanischen Krüger-Nationalpark. Die Art gilt laut IUCN als stark gefährdet, der Gesamtbestand wurde im Jahr 1997 auf 3000 bis 5500 Tiere geschätzt.
Der Afrikanische Wildhund ist ein hochgradig soziales Tier, das in Rudeln lebt. Ein Rudel umfasst im Schnitt zehn Tiere, doch scheinen in früheren Zeiten, als die Art noch häufiger war, auch Rudelstärken zwischen vierzig und hundert möglich gewesen zu sein. Die Rangordnung im Rudel ist nicht so deutlich erkennbar wie beim Wolf, so dass man in älterer Literatur die Angabe findet, es gebe gar keine Rangordnung. In Wahrheit gibt es wie bei Wölfen ein dominantes Alpha-Paar. Es gibt allerdings keine Kämpfe um die Rangordnung und kaum Aggressionen zwischen Rudelmitgliedern. Nur das Alpha-Paar zeugt Nachwuchs; rangniedere Tiere werden am Verpaaren gehindert.
Die Tragzeit beträgt etwa 70 Tage. Danach kommen sechs bis acht, in Ausnahmefällen bis zu siebzehn Welpen zur Welt. Nur das Muttertier säugt, andere Rollen bei der Jungenaufzucht werden aber vom ganzen Rudel übernommen. Auch junge Rüden würgen manchmal Fleisch hervor, um ältere Welpen zu versorgen. Verwundete und kranke Rudelmitglieder werden auf ähnliche Weise durch den ganzen Verband versorgt.
Wildhunde sind bei Tage aktiv. Sie haben keine festen Reviere, weshalb sie anders als andere Hunde auch keine Markierungen setzen.
Wildhunde sind sehr effiziente Jäger und können sich am Riss auch gegen andere große Raubtiere behaupten. Selbst mit Tüpfelhyänen werden sie fertig, wenn diese nicht zu zahlreich sind. Löwen sind sie jedoch in der Regel unterlegen.