Lebensweise

Noch im 19. Jahrhundert war der Amurleopard weit in der südlichen Amurregion Russlands, sowie in Nordostchina und Korea verbreitet. Im Norden erreichte er etwa Chabarowsk, im Süden Peking. Aufgrund von Wilderei und Lebensraumzerstörung nahmen die Bestände im 20. Jahrhundert rapide ab. In Russland lebten 1999 Schätzungen zufolge gerade noch etwa 25–40 Tiere, die auf ein kleines Areal in der südwestlichen Region Primorje, 30 km westlich von Wladiwostok beschränkt sind. Bei einer Zählung im Februar und März 2007 zeigte sich, dass der Bestand, der sich laut Auswertungen auf 34 Tiere beschränkt, nicht anwuchs, aber zumindest stabil blieb. Am 16. April 2007 wurde jedoch ein weibliches Tier tot aufgefunden. Es wurde angeschossen und mit einem schweren Gegenstand tödlich verletzt. Vermutlich hatten Jäger die Leopardin getötet. Somit ist der Bestand in Russland auf 33, wenn nicht auf 32 Individuen geschrumpft, denn ob es sich um ein Muttertier handelte, wurde nicht geklärt. In der Region leben somit nur noch 6 weibliche Amurleoparden.

In China sind die Bestände noch geringer. Die letzten Zählungen (1998) ergaben weniger als zehn Tiere in der chinesischen Provinz Jilin und möglicherweise wenige in der Provinz Heilongjiang. Ob sich in den Bergwäldern Nordkoreas noch einzelne Amurleoparden halten, ist ungewiss.

Da viele der Tiere bereits untereinander verwandt sind, sind Paarungen zwischen Geschwistern bzw. Nachkommen und Elternteilen die Regel anstatt die Ausnahme geworden. Diese Inzucht führt von Missbildungen bis hin zur Unfruchtbarkeit der Nachkommen. Die Sterblichkeitsrate der Jungen ist dadurch sehr hoch.

In Zoologischen Gärten leben heute etwa 170 Amurleoparden, die auf neun Gründertiere zurückgehen. Allerdings ist die genaue Unterartzugehörigkeit eines der Gründermännchen nicht gesichert.

Der Amurleopard zählt zu den am meisten bedrohten Katzen-Unterarten und wird von der IUCN als critically endangered (vom Aussterben bedroht) eingestuft.

Wie alle Leoparden ist der Amurleopard ein Einzelgänger. Er erbeutet hauptsächlich Rehe und kleinere Hirsche, die zum Verzehr auch auf Bäume geschleppt werden.

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