Sein anhängliches Wesen und sein Schutzinstinkt machen den kinderfreundlichen Hund zu einem guten Gebrauchshund. Er besitzt einen ausgeglichen Charakter, er ist sehr ruhig, gelehrig, treu und aufmerksam. Bouviers fixieren sich meist sehr früh auf eine Bezugsperson. Bouviers mussten als Bewacher und Treiber von Großvieh und Pferden einen ruhigen, souveränen, mutigen Charakter entwickeln, blitzschnell entscheiden und reagieren können und anders als Schäferhunde, die in Kontakt mit dem Schäfer arbeiten, oft eigenständig handeln. Auch heute noch sind viele Bouviers ausgeprägte Persönlichkeiten, zuweilen eigenwillig, die verständige, erfahrene und feste Führung brauchen. Dann sind sie als Familienhunde und zuverlässige Wachhunde sehr geeignet.
Der Bouvier hat ein stoisches und misstrauisches Gemüt, vor allem die holländischen Schutzhund-Linien neigen dazu, sich nicht von Fremden anfassen zu lassen und reagieren teilweise schon auf Blickkontakt oder Ansprache durch einen Fremden mit Verteidigungsbereitschaft. Bei den deutschen Linien schlägt dies leicht in Ängstlichkeit um. Außerdem ist der „Bouv“ (ausgesprochen: Buff) nur mit viel Geduld zu erziehen, da er selbständiger ist und sich weniger willig unterordnet als z.B. ein Schäferhund. Allerdings ist er sehr agil für einen Molosser und wenig wildscharf, was ihn zu einem idealen Hund für Reiter macht. Daher braucht ein Bouvier eine sorgfältige Erziehung und Möglichkeiten, seine Kräfte und seine Bewegungsfreude einzusetzen.
Da Bouviers früher auch als Zughunde gezüchtet wurden, können sie an der Leine eine enorme Kraft entwickeln. Ein Bouvier zieht bis zum Achtfachen seines Körpergewichtes.
Manche hellhaarige Bouvier-Welpen dunkeln im Lauf ihres Lebens noch nach. Das Fell aller Bouviers erfordert regelmäßige Pflege, weiterhin auch die Ohren, die gelegentlich zu Entzündungen neigen. Das Fell muss regelmäßig getrimmt werden, normalerweise auf eine Länge von 6 Zentimetern.
Tägliches Bürsten und Sauberhalten des Bartes (im Flämischen trägt er auch den liebevoll gemeinten Beinamen Schmutzbart) und des langen Kopfhaares sind ebenso wichtig, wie das Pflegen der Pfoten, bei denen sich gerne zwischen den Ballen Haarknoten bilden, die beim Laufen hindern. Dennoch ist seine Pflege, regelmäßig durchgeführt, unproblematisch, zumal sie kaum Eigengeruch entwickeln und nicht haaren.