Beim Schaf finden sich Brachyurie und Anurie bevorzugt beim neuseeländischen Romney-Schaf; sporadisch können aber auch andere Rassen betroffen sein. Es handelt sich um ein einfach autosomal dominantes Merkmal mit variabler Expressivität. Homozygote Embryonen sterben mit 3 bis 4 Wochen ab (Letalfaktor). Merkmalsträger sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden.
Anurie oder Kaulschwänzigkeit tritt beim Kaulhuhn, beim Araucana und verwandten Rassen auf. Außer Schwanzfedern und Bürzeldrüse fehlen den betroffenen Vögeln die gesamte Schwanzwirbelsäule sowie Teile der Beckenwirbelsäule. Die Anurie ist bei den betroffenen Rassen erwünschtes Zuchtziel.
Schwanzlose Hühner haben aufgrund der verminderten Möglichkeiten zur Balance Probleme bei der Begattung. Durch die fehlende Bürzeldrüse ergeben sich Probleme bei der Gefiederpflege. Die Brutausbeute ist durch eine erhöhte Embryonensterblichkeit eingeschränkt; ebenso ist die Sterblichkeit während der ersten beiden Lebensmonate gegenüber geschwänzten Hühnern fast verdoppelt. Schwanzlose Küken haben öfters Probleme beim Kotabsatz, weil die Daunen des Kloakengefieders durch Kot verklebt werden und die Kloake verstopfen können.
Der Erbgang ist einfach autosomal dominant mit unvollständiger Penetranz. Merkmalsträger sollten nicht zur Zucht verwendet werden; das bewusste Züchten von schwanzlosen Hühnern erfüllt den Tatbestand der Qualzucht.