Die korrekte Beurteilung des Blutzuckers von Katzen gestaltet sich generell schwierig, da sie auf Manipulationen leicht mit einem stressbedingten Anstieg des Blutzuckers reagieren. Der gleiche Effekt kann beim Vorhandensein anderer Erkrankungen auftreten (stressbedingte Hyperglykämie). Als diagnostisches Kriterium ist der Blutzucker demzufolge nicht anwendbar. Die Diagnose eines Diabetes mellitus kann hier mit zufriedenstellender Sicherheit nur anhand des Fructosamin-Spiegels gestellt werden, welcher bei diabetischen Tieren infolge des dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels oberhalb von 340 µmol/l liegt. Bei gleichzeitigem Vorhandensein einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), welche bei älteren Tieren gleichfalls gehäuft auftritt, ist jedoch auch dieser Wert nicht beweisend für einen Diabetes mellitus.
Die allgemein übliche Behandlung des Katzendiabetes erfolgt durch die zweimal tägliche Injektion von Insulinpräparaten. Als problematisch erweist sich hierbei die Kontrolle der korrekten Einstellung auf das Präparat, da eine Entnahme venösen Blutes infolge der Neigung zur Stresshyperglykämie keine verwertbaren Ergebnisse bringt. Als Ausweg wird der Einsatz von Blutzuckermessgeräten aus der Humanmedizin gesehen, mit welchen die Tierbesitzer anhand der Entnahme von Kapillarblut aus den Ohren des Tieres Tagesprofile erstellen können. Dieses unter Hometesting bekannte Verfahren findet nach seiner Einführung in den USA und der Schweiz zunehmend auch in Deutschland immer mehr Verbreitung und Akzeptanz bei Katzenhaltern und Tierärzten.
Bei Katzen ist die Nahrungsaufnahme abhängig von der jeweiligen Insulinverabreichung. Kurzwirkende Insuline bedürfen einer zeitlich abgestimmten Fütterung, während langwirkende (Human-)Insuline eine freie Fütterung erlauben. Auch bei Katzen senkt die Aufnahme von kohlenhydratarmen Futtersorten deutlich den Insulinbedarf.