Weite Teile seines ehemaligen Verbreitungsgebietes waren von Wüsten und Halbwüsten bedeckt. Der Kaspische Tiger bewohnte hier jedoch vorrangig die Feuchten Seeufer und Flußtäler, wie die des Amu Darja und des Syr Darja die jene Trockenzonen durchschnitten. Die Wälder, Sümpfe, Gras- und Buschländer dieser Täler waren ein geeigneter Lebensraum für die große Katze. Diese Abhängigkeit von Flußtälern war allerdings einer der Hauptgründe für den Rückgang der Art, da diese auch von den Menschen der Region als landwirtschaftliche Nutzflächen bevorzugt wurden. Mit der zunehmenden Urbarmachung und der landwirtschaftlichen Nutzung dieser Flächen verlor der Kaspische Tiger große Teile seines Lebensraumes. Seine Hauptbeutetiere waren Wildschweine und Hirsche. Zwei Unterarten des Rothirsches kamen in der Neuzeit in seinen Jagdrevieren vor. Der Baktrianhirsch oder Bucharahirsch (Cervus elaphus bactrianus) in den Gebieten östlich des Kaspischen Meeres und der Maral (Cervus elaphus maral) in Kleinasien und Kaukasien.
Der Kaspische Tiger war die Unterart des Tigers (zusammen mit dem Bengaltiger), die man in den römischen Arenen einsetzte. Für die Römer war diese Unterart am leichtesten zu beschaffen, da sie an der östlichen Grenze des Römischen Reiches vorkam. Der Kaspische Tiger wurde aus dem Kaukasus, Anatolien, Mesopotamien und Persien importiert. Der erste Tiger, der in Rom kämpfte, war das Geschenk eines indischen Botschafters an den römischen Kaiser Augustus im Jahre 19 v. Chr. In den römischen Arenen kämpften die Tiger gegen römische Gladiatoren und andere Tiere, wie den Auerochsen oder Berberlöwen.