Diagnose

Die akute Kaumuskelmyositis ist durch eine beidseitige Schwellung der Kaumuskulatur seitlich am Kopf gekennzeichnet. Die Region ist häufig schmerzhaft. Das betroffene Tier zeigt zumeist eine verminderte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Gelegentlich wird Fieber beobachtet; eine Vergrößerung der Kehlgangslymphknoten und der Mandeln tritt ebenfalls in einigen Fällen auf. Bei der Blutuntersuchung kann eine leichte Erhöhung der Aktivität der Kreatinkinase und gelegentlich eine Eosinophilie beobachtet werden (daher der veraltete Name Myositis eosinophilica).

Die häufiger auftretende chronische Kaumuskelmyositis ist durch eine Schrumpfung (Atrophie) der Kaumuskeln gekennzeichnet, wodurch der Kopf im seitlich-hinteren Bereich schmal („fuchsschädelig“) aussieht. Durch den bindegewebigen Ersatz der Muskulatur wird der Unterkiefer zunehmend, sowohl aktiv als auch passiv, nur noch eingeschränkt beweglich. Dies kann bis zu einer Maulsperre (Pseudo-Trismus) führen. In einigen Fällen treten die Augäpfel infolge des Verlustes an Muskelmasse tief in die Augenhöhlen zurück. Eine chronische Kaumuskelmyositis kann sich aus der akuten Form heraus entwickeln oder davon unabhängig auftreten.

Die klinische Verdachtsdiagnose kann durch ein Elektromyogramm (EMG) untermauert werden, bei welchem sich Veränderungen ausschließlich in der Kaumuskulatur finden. Eine Biopsie mit anschließendem histologischen Nachweis der Faserschäden oder der Nachweis der Autoantikörper gelten als beweisend für das Vorliegen der Erkrankung.

Differentialdiagnostisch müssen eine Polymyositis und Erkrankungen des Kiefergelenks ausgeschlossen werden. Bei einer chronischen Erkrankung muss auch an eine nerval bedingte Atrophie durch Schädigung des Nervus mandibularis gedacht werden, wie sie bei der deutlich selteneren Idiopathischen Trigeminus-Neuritis auftritt. Eine Kaumuskelatrophie kann auch als Folge einer Langzeitbehandlung mit Glukokortikoiden, was bei der Erhebung der Krankheitsgeschichte zu beachten ist, oder bei einer Leishmaniose auftreten.

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