Jagd und Nahrung

Der Königstiger war einst von Pakistan bis Myanmar über den Indischen Subkontinent verbreitet. Auf Sri Lanka fehlt er allerdings natürlicherweise. Heute kommt er in weitgehend unzusammenhängenden Vorkommen in Nord- Südwest- und Mittelindien sowie in Myanmar, Nepal und Bhutan vor. In Pakistan ist er seit 1906 ausgestorben. Die größte Population findet sich heute in den Sundarbans im Grenzgebiet von Indien und Bangladesch, einem der größten zusammenhängenden Mangrovengebiete der Welt.

Die Größe der Gesamtpopulation des Königstigers ist unbekannt. 2004 wurde ihre Gesamtzahl auf 3200 bis 4500 Tiere geschätzt. Vor 100 Jahren gab es allein in Indien noch ungefähr 40.000 Tiger. In einem Artikel der Fachzeitschrift Nature wurde im Juni 2006 berichtet, die letzte amtliche indische Zählung der Tiger im Jahr 2002 habe 3.642 Individuen nachgewiesen. Diese Erhebung sei aber innerhalb von nur zwei Wochen und auf Basis von Fußabdrücken erstellt worden. Bereits 2003 hatten daher mehrere Biologen in der Fachzeitschrift Animal Behavior die indische Zählmethode als ungeeignet kritisiert, da es in dieser kurzen Zeit unmöglich sei, die Fährten aller Tiger zu entdecken. Die Nature-Autorin berief sich auf Umweltschützer, denen zufolge der Bestand der Tiger in Indien noch 1200 bis 2000 Individuen betrage. Anfang November 2007 bestätigte das Wildlife Institute of India diese Schätzung auf der Grundlage von Aufnahmen automatischer Kameras und bezifferte den Bestand auf 1300 bis 1500 Tiere.

Die Unterart wird als bedroht eingestuft, gilt aber als weniger gefährdet als die anderen Unterarten. Artenschützer warnten dennoch wiederholt vor dem drohenden Aussterben des Königstigers in Indien und den benachbarten Staaten. Trotz eines internationalen Verbots betreiben kriminelle Organisationen noch immer einen schwunghaften Handel mit Tigerfellen. Sekundäre Gründe für einen Rückgang des Königstigers sind mangelhafte Umsetzung von Naturschutzkonzepten und die andauernde Umweltverschmutzung.

Die medienwirksamen „Zuchterfolge“ mit Tieren spezieller Farbformen, namentlich die Züchtung weißfelliger Exemplare in Zoos und Zirkussen, leisten keinen Beitrag zum Artenschutz.

Ein Königstiger benötigt ca. 9 kg Fleisch am Tag. Seine Hauptnahrung sind große Säuger wie Nilgauantilopen, Gaure, Sambarhirsche, Barasinghas, Axishirsche und Wildschweine. Seltener frisst er kleinere Beutetiere wie Affen, Hasen, Kaninchen und Wasservögel.

Der Tiger schleicht sich an seine Beute heran, springt sie an und drückt sie mit den kräftigen Vorderpfoten auf den Boden. Die Weite der Sprünge kann bis zu 6 Meter betragen. Zum Töten beißt er in die Kehle seines Opfers oder bricht dessen Genick durch einen Biss in den Nacken.

Normalerweise gehören Menschen nicht zum Beutespektrum von Tigern. Trotzdem kommt es immer wieder zu Angriffen auf Menschen; manche Tiger werden aus unbekannten Gründen zu spezialisierten „Menschenfressern“. Tiger dringen allerdings nicht in menschliche Siedlungen ein, sondern töten Menschen, die ihre Dörfer verlassen, etwa Holzfäller oder Bauarbeiter. In manchen Gegenden ist es aus diesem Grund üblich, dass Menschen, die ihr Dorf verlassen, eine Maske auf dem Hinterkopf tragen, da Tiger immer von hinten angreifen.

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