Lautsprache

Die Kommunikation der Hauskatze ist eine Tiersprache und besteht aus verschiedenen Ausdrucksformen, mit denen sich Hauskatzen mit Menschen, anderen Katzen und Tieren verständigen. Katzen bedienen sich eines umfangreichen Repertoires subtiler Verhaltensweisen, sowohl in freier Wildbahn, wo sie festgelegte Hierarchien bilden, als auch in ihrer domestizierten Form in der Interaktion mit dem Menschen.

Wie es bei fleischfressenden Spezies üblich ist, fügen Katzen ihren Ausscheidungen etwas Drüsenflüssigkeit bei, um ihr Revier zu markieren (Harnmarken zur Chemokommunikation). Andere Tiere wie das Stinktier benutzen ähnliche Drüsen zur Selbstverteidigung.

Daneben dienen auch Kratzspuren, z. B. an Bäumen und Felsen der innerartlichen Kommunikation (optische Kommunikation).

Eine der lautmalerischsten Kommunikationsweisen der Katze ist das  Miauen . Dieser unverwechselbare Laut, den die Katze von sich gibt, wird in den meisten indogermanischen Sprachen und in nordchinesischen Dialekten onomatopoetisch als „Miau“ oder in ähnlichen Varianten („Miaow“, „Meow“ etc.) wiedergegeben. Auf japanisch heißt es „Nyaau“, „Nyu“, oder „Nyan“, auf koreanisch „Yaong“ oder „Nyaong“. Im Arabischen wird der Laut als „Mowa'a“ oder „Naw“ wiedergegeben. Weltweit existieren weitere Variationen. Den Laut einer sich immer stärker belästigt fühlenden Katze umschreibt James Joyce in seinem Roman Ulysses mit „Mkgnao“, „Mrkgnao“ und „Mrkrgnao“.

Die Aussprache des Katzenlautes kann sich abhängig von seiner Bedeutung erheblich verändern. Normalerweise miauen Katzen, wenn sie wehklagen, um zu grüßen oder um menschliche Aufmerksamkeit einzufordern, z. B. wenn der Katzenbesitzer in der Küche steht und etwas Essbares zubereitet. Manche Katzen sind sehr „gesprächig“, andere miauen eher selten. Katzen können ungefähr hundert unterschiedliche Laute von sich geben, Hunde bringen es vergleichsweise auf zehn. Katzen in freier Wildbahn greifen nicht so oft auf die Kommunikation mit Lauten zurück wie die domestizierte Hauskatze, da ihre Laute von Feinden gehört werden könnten und somit zur Ortung der Katze verhelfen. Wild lebende erwachsene Katzen benutzen zur Kommunikation meistens Körpersprache und Duftstoffe.

Die Laute eines Katzenbabys beginnen im jungen Alter zunächst als hoher quietschender Ton, der sich dann mit der Zeit vertieft. Die Laute kastrierter Katzen können auch in ihrer Erwachsenenzeit denen eines Katzenbabies ähneln, insbesondere bei Katern.

Katzen können auch Schnurr-Geräusche von sich geben. Eine Katze schnurrt in den unterschiedlichsten Gemütslagen. Meist ist das Schnurren ein Ausdruck der Zufriedenheit und des Wohlbehagens. Ein Elterntier signalisiert dadurch den Jungen, dass alles in Ordnung ist und keine Gefahr droht. Es kann aber auch bedeuten, dass sich die Katze bedrängt fühlt, daher ist eine schnurrende Katze nicht notwendigerweise eine zufriedene Katze. Katzen schnurren auch, wenn sie große Angst haben oder starke Schmerzen erleiden oder sich in Bedrängnis befinden, Weibchen schnurren sogar, wenn sie Junge werfen. Katzen schnurren auch untereinander, z. B. wenn sich die Katzenmutter um ihre Jungen kümmert. Katzenbabies schnurren, wenn sie gesäugt werden. Bis vor kurzem gab es mehrere Theorien, wie das Schnurren der Katze zustandekommt, beispielsweise durch das Vibrieren der Stimmbänder beim Ein- und Ausatmen, durch Schwingungen in den Lungen, die Vibration des Zungenbeins oder durch das durch die Aorta fließende Blut. Derzeit wird vermutet, dass das Schnurren das Ergebnis rhythmischer Impulse aus dem Kehlkopf der Katze ist.

Einer Katze ist es möglich, gleichzeitig zu miauen und zu schnurren. Wenn sie entspannt und zufrieden sind, blinzeln Katzen zusätzlich zum Schnurren oder schließen ihre Augen teilweise ganz.

Jedoch kann schnurren für die Katze auch eine Möglichkeit sein, sich bei Verletzungen oder in Bedrängnis selbst zu beruhigen. Auch wenn es noch nicht endgültig bewiesen ist, vermuten Forscher, dass die Frequenz der Vibrationen, die durch das Schnurren entstehen, das Heilen der Knochen und der Organe der Katze fördern kann.

Die meisten Katzen knurren, zischen oder fauchen, wenn sie geärgert werden oder sich in Gefahr befinden, um die angreifende Partei zu warnen. Wenn die Warnung nicht beachtet wird, kann ein mehr oder weniger ernster Angriff erfolgen. Die Katze wird dann klammern und/oder Tatzenschläge erteilen, mit zurückgezogenen oder ausgefahrenen Krallen. Dies kann zu einer Verletzung der menschlichen Haut führen. Diese Kratzer können, wie bei jeder anderen Verletzung auch, zu einer Infektion und in Extremfällen auch zum Ausbruch der Katzenkratzkrankheit führen.

Das sogenannte Schnattern hört man bei Katzen oft, wenn sie etwas sehen, was sie gern fangen möchten, aber nicht in Reichweite ist. Beispielsweise kann die Katze auf der Fensterbank sitzen und einen Vogel draußen fliegen sehen. Dieser Laut – oftmals gepaart mit hin- und herpeitschendem Schwanz – signalisiert die vollste Aufmerksamkeit der Katze. Bislang ist nicht genau bekannt, ob dies eine Lautwiedergabe der Bedrohung, ein Ausdruck der Frustration oder ein Versuch, die Imitation eines Vogelzwitscherns (oder der Laut einer potentiellen Vogelbeute, z. B. einer Zikade) sein soll. Tierforscher sind zu der Ansicht gelangt, dass diese Laute ein „Übungsverhalten“ darstellen, welches die Tötung des Beutetiers vorwegnimmt oder einübt, da der Laut normalerweise von einer Bissbewegung begleitet wird, ähnlich dem Biss, den die Katze anwendet, um ihre Beute zu töten (der „Tötungbiss“, der den Halswirbel der Beute zertrennt).

Katzen nutzen eine Art Zwitschern als Gruß. Tiger benutzen diesen Laut ebenfalls.

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