Der Leopard war in geschichtlicher Zeit über ganz Afrika beiderseits der Sahara sowie über große Teile Asiens verbreitet. In Afrika lebt er sowohl in den zentralen Regenwäldern als auch in den Gebirgen, Savannen und Halbwüsten von Marokko bis zum Kap der guten Hoffnung. Lediglich die großen, wasserlosen Wüsten meidet der Leopard und fehlt daher naturgemäß in der Sahara und den trockensten Regionen der Namib. In Asien bewohnt er die Nadelwälder am Amur ebenso wie die Tropen Indiens und Südostasiens. Hier dringt er im Südwesten bis auf die Arabische Halbinsel, nach Israel und Anatolien vor und im Südosten bis auf die Insel Java. Er fehlt allerdings auf Sumatra und Borneo, sowie in den wasserlosen Kernwüsten Asiens, wie etwa der Rub al-Chali. Fossilfunde zeigen jedoch, dass der Leopard einst auch Sumatra bewohnt hat. Die Nordgrenze des asiatischen Verbreitungsgebietes verläuft heute vom Kaukasus über Nordpersien, Afghanistan und Kaschmir, entlang des Himalaya bis zum Amurfluß in Ostsibirien. In vorgeschichtlicher Zeit gab es Leoparden auch in Mitteleuropa. Hier verschwanden sie aber bereits am Ende der Eiszeit. Der Leopard hat von allen fünf Großkatzen das größte Verbreitungsgebiet.
In vielen Gegenden sind Leoparden heute allerdings ausgestorben. Hierzu zählen Marokko, die Sinaihalbinsel und die Insel Sansibar. In anderen Regionen, wie dem Kaukasus und der Amurregion ist ein Aussterben wohl kaum noch zu verhindern. Auf der arabischen Halbinsel gibt es noch geschätzte zwanzig freilebende Individuen. Ähnlich gering sind die Bestandszahlen in Anatolien und Palästina. Im Kaukasus überleben nach Schätzungen des WWF noch knapp 50 Individuen, deren Schutz derzeit Objekt großer Bemühungen ist. Im Iran und in Turkmenistan leben nur wenige hundert Exemplare des Persischen Leoparden, in Pakistan und Bangladesh sind Leoparden heute ebenfalls sehr selten. In China gibt es Leoparden fast nur noch in isolierten Restbeständen. In Indien leben dagegen Schätzungen zufolge noch etwa 14.000 Leoparden. Die meisten Leoparden leben heute in Afrika, südlich der Sahara. Hier wird die Zahl der Leoparden auf etwa 700.000 geschätzt, von denen 226.000 allein in der Demokratischen Republik Kongo leben sollen. Diese hohen Zahlen werden allerdings von einigen Fachleuten in Frage gestellt. Eine niedrigere Schätzung ergab nur etwa 233.000 wildlebende Leoparden in Afrika.
Der Leopard gehört zur Gattung Panthera. Genetischen Untersuchungen zufolge sind seine nächsten Verwandten der Jaguar und der Löwe. Vor etwa 1,9 Millionen Jahren spaltete sich die Jaguar-Linie von Löwe und Leopard ab, die sich erst vor 1 bis 1,25 Millionen Jahren voneinander trennten. Der Schneeleopard wurde ursprünglich meist an der Basis der Gattung Panthera gesehen, neuere molekulargenetische Untersuchungen legen jedoch nahe, dass er möglicherweise sogar die Schwesterart des Leoparden sein könnte.
Ursprünglich wurden vor allem anhand der Fellfärbung 27 Unterarten des Leoparden beschrieben. Genetische Studien zeigen jedoch, dass sich alle asiatischen Leoparden offenbar auf acht Unterarten zurückführen lassen. Die afrikanischen Leoparden lassen sich wahrscheinlich sogar in einer einzigen lebenden Unterart (Panthera pardus pardus) zusammenfassen, allerdings besteht hier noch etwas mehr Unsicherheit. Folgende Liste gibt die Aufteilung der ursprünglich beschriebenen Unterarten innerhalb der genetisch bestätigten Unterarten wieder. Beigefügt sind die Gefährdungskategorien der IUCN.
- P. p. pardus (Afrikanischer Leopard), Afrika; Enthält folgende ursprünglich beschriebenen Unterarten:
- P. p. melanotica (Kap-Leopard), südliches Afrika
- P. p. nanopardus (Somalia-Leopard), Somalia
- P. p. panthera (Berber-Leopard), Nordafrika, vom Aussterben bedroht, weniger als 250 Tiere
- P. p. suahelica (Ostafrikanischer Leopard), Ostafrika
- P. p. antinorii (Eritrea-Leopard)
- P. p. reichenowi (Kamerun-Leopard)
- P. p. leopardus (Westafrikanischer Leopard)
- P. p. shortridgei (Zentralafrikanischer Leopard)
- P. p. ituriensis (Kongo-Leopard)
- P. p. chui (Uganda-Leopard)
- P. p. adersi (Sansibar-Leopard), sehr kleine Tupfen, Sansibar, ausgestorben
- P. p. saxicolor (Persischer Leopard), groß, Fell hell und oft gräulich, Vorderasien, Zentralasien, Persien; stark gefährdet, etwa 130 Tiere in Gefangenschaft; Enthält folgende ursprünglich beschriebenen Unterarten:
- P. p. jarvisi (Sinai-Leopard), Fell hell mit großen Tupfen, Sinai, wahrscheinlich ausgestorben
- P. p. ciscaucasica (Kaukasus-Leopard), Kaukasus
- P. p. tulliana (Anatolischer Leopard), Fell relativ hell und licht, oft mit Grautönen Türkei, Westasien, vom Aussterben bedroht, weniger als 250 Tiere
- P. p. datbei (Mittelpersischer Leopard)
- P. p. sindica (Belutschistan-Leopard)
- P. p. nimr (Arabischer Leopard), Arabische Halbinsel, vom Aussterben bedroht, nur noch etwa 20 Tiere
- P. p. fusca (Indischer Leopard), Indien, Südost-Pakistan, Nepal; Enthält folgende ursprünglich beschriebenen Unterarten:
- P. p. pernigra (Nepal-Leopard), Nepal, Kaschmir
- P. p. millardi (Kaschmir-Leopard), Kaschmir, Nordost-Pakistan
- P. p. kotiya (Ceylon-Leopard), Sri Lanka, stark gefährdet, ca. 20 Tiere in Gefangenschaft
- P. p. delacouri (Hinterindischer Leopard), Südostasien
- P. p. japonensis (Chinesischer Leopard), nördliches China, stark gefährdet, ca. 40 Tiere in Gefangenschaft
- P. p. orientalis (Amurleopard), langes, dickes Fell, leicht goldfarben im Winter, rötlich-gelb im Sommer, große Flecken; östliches Sibirien, vom Aussterben bedroht, weniger als 50 Tiere in Freiheit, etwa 120 in Gefangenschaft
- P. p. melas (Java-Leopard), Java, stark gefährdet
Eine ausgestorbene Unterart, die im Eiszeitalter Europas vorkam, ist Panthera pardus sickenbergi.