Der Löffelhund wird als einzige Art einer eigenen Gattung Otocyon innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) geführt. Der wissenschaftliche Name, vergeben von Anselme Gaëtan Desmarest, lautete zunächst Canis megalotis. Das Artepitheton ist griechisch und bedeutet großohrig. Salomon Müller stellte den Löffelhund schließlich in eine eigene Gattung und nannte ihn Otocyon caffer. Der Gattungsname Otocyon setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern otus (Ohr) und cyon (Hund). Nach den Regeln der zoologischen Nomenklatur wurde die Namenskombination schließlich zum heute gültigen Otocyon megalotis geändert, so dass die Ohren gleich zweimal im Namen auftauchen.
Wegen ihres abweichenden Gebisses wurden Löffelhunde früher in eine eigene Unterfamilie der Hunde gestellt (Otocyoninae), da man keine Verwandtschaft zu irgendeiner lebenden Hundegattung feststellen konnte. Das einfache Gebiss wurde für ein besonders ursprüngliches Merkmal gehalten, ist wahrscheinlicher aber das Ergebnis einer Anpassung an die außergewöhnliche Lebensweise. Später sah man im Löffelhund oft einen abweichenden Fuchs, der entfernt mit den Graufüchsen verwandt sein könnte. Neue Erkenntnisse deuten hingegen daraufhin, dass der Marderhund der nächste Verwandte des Löffelhunds ist.
In großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets werden Löffelhunde als Vertilger von Termiten gerne gesehen und gelten als nützlich. Allerdings werden sie manchmal auch irrtümlich für das Töten von Schafen verantwortlich gemacht; zu solchen Missverständnissen kommt es, wenn Löffelhunde die Maden aus Schafskadavern fressen. In Botswana machen einige Einheimische Jagd auf Löffelhunde wegen ihres Fells.
Löffelhunde sind nicht bedroht und stellenweise sogar häufig. Immer wieder auftretende Populationsschwankungen hängen mit Klimaveränderungen, der Verfügbarkeit von Termiten und mit Tollwutepidemien zusammen. Selten sind Löffelhunde lediglich in landwirtschaftlich genutzten Gegenden Südafrikas geworden. In der Serengeti beträgt die Populationsdichte großflächig 0,3 bis 1 Löffelhunde je km².
In Südafrika werden Löffelhunde manchmal als Haustiere gehalten. Auch in manchen internationalen Zoos sind sie zu sehen. Die Haltung gelingt, weil die Tiere nicht auf ihre bevorzugte Termitennahrung angewiesen sind und an eine ausschließliche Ernährung durch Früchte gewöhnt werden können.
Der Name Löffelhund bezieht sich auf die großen Ohren. In anderen Sprachen wird er wegen dieses Merkmals oft mit Fledermäusen verglichen: Bat-eared Fox (englisch), Renard à oreilles de chauve-souris (französisch) oder Zorro orejudo (spanisch). Bei der Benennung war offenbar die in ganz Afrika verbreitete Ägyptische Schlitznase (Nycteris thebaica) Vorbild.