Für das maligne Lymphom sind mehrere Einteilungsschemata möglich, die auf unterschiedlichen Kriterien beruhen.
Nach der Lokalisation der Tumoren findet ein modifiziertes WHO-Schema Anwendung. Die Häufigkeit der einzelnen Formen ist regional unterschiedlich. Die folgende Liste ist nach der Anzahl der weltweit berichteten Fälle geordnet.
- Mediastinales malignes Lymphom: Hier liegt der Tumor im Mittelfell (Mediastinum).
- Gastrointestinales malignes Lymphom: Hier sind Magen (lat. Gaster) und Darm (Intestinum) Sitz des Primärtumors.
- Peripheres malignes Lymphom: Bei dieser Form sind die peripheren Lymphknoten betroffen.
- Leukämische Leukose: Bei dieser Form kommt es zu einer Vermehrung der weißen Blutzellen im Blut (Leukämie).
- Sonstige maligne Lymphome: In diese Gruppe werden Lymphosarkome eingeordnet, die nicht in einem lymphatischen Organ, sondern beispielsweise in der Haut, im Zentralnervensystem oder der Niere lokalisiert sind.
Nach der Rappaport-Einteilung unterscheidet man gut oder schlecht differenzierte, knotenförmige (noduläre) oder diffuse sowie großzellig-histiozytäre und kleinzellig-lymphozytäre maligne Lymphome.
Nach der Dignität werden geringradig (etwa 10 %), mittelgradig (35 %) und hochgradig maligne (55 %) Lymphome unterschieden.
Nach den Ausgangszellen werden T-Zell-Tumore, die vermutlich den Hauptteil stellen, und B-Zell-Tumore unterschieden. Letztere sind vor allem bei FIV-assoziierten und gastrointestinalen malignen Lymphomen anzutreffen. Eine genauere Aussage kann hier allerdings noch nicht erfolgen, weil die wenigsten Studien molekulare Marker für diese Lymphozyten-Untertypen verwendeten.
Nach dem Ausmaß der Erkrankung und der lokalisationsabhängigen Prognose unterscheidet man 5 Stadien, wobei das Stadium I die beste, das Stadium V die schlechteste Prognose hat.
Ein mediastinales malignes Lymphom geht von den lymphatischen Organen im Mittelfell aus. Häufig ist es der Thymus, aber auch die Mediastinal- (Lymphonodi mediastinales) oder Brustbeinlymphknoten (Lymphonodi sternales) können Ausgangspunkt sein. Diese Form tritt besonders bei den jüngeren, FeLV-positiven Tieren auf.
Klinisch äußern sich diese Lymphome in allgemeiner Schwäche und Anorexie. In Folge der Einengung der Lungen und der Luftröhre in Atemnot oder erhöhter Atemfrequenz. Infolge der Einengung der Speiseröhre kann Regurgitieren oder Trinkunlust auftreten. Die Schleimhäute können blass oder aufgrund eines Sauerstoffmangels bläulich verfärbt sein (Zyanose). Bei der Perkussion des Brustkorbs können Veränderungen auftreten.
Eine Röntgenuntersuchung zeigt eine Verschattung im präkardialen (vor dem Herz befindlichen) Mittelfell. Differentialdiagnostisch müssen hier Flüssigkeitsansammlungen (Hydro-, Pyo-, Chylothorax, Feline Infektiöse Peritonitis) und Zwerchfellhernien ausgeschlossen werden. Eine Ultraschalluntersuchung kann zur Darstellung des Tumors dienlich sein, vor allem wenn er mit einer Flüssigkeitsansammlung kombiniert ist.
Eine Diagnose ist anhand einer Biopsie des Tumors mittels Feinnadelaspiration und anschließender zytologischer Untersuchung möglich.
In diese Gruppe werden Lymphosarkome des Magen-Darm-Kanals oder der dazugehörigen Lymphknoten (Lymphocentrum coeliacum, mesentericum craniale und caudale) eingeordnet. Einige Autoren ordnen auch Lymphosarkome der Leber in diese Gruppe ein. Sie sind bei FeLV-positiven Tieren eher selten (10 % der Fälle), aber häufigste Lokalisation bei älteren Tieren und vorwiegend B-Zell-Tumore. Die Tumore können als solitäre Knoten, aber seltener auch diffus in der Submukosa auftreten. Etwa 20 % der Fälle betreffen den Magen, die übrigen den Darm.
Das klinische Bild hängt von der Lokalisation ab. Neben Fressunlust und Abmagerung kann Erbrechen (v. a. bei soliden Tumoren), Durchfall (diffuse) und bei Blutungen auch Anämie auftreten.
Größere solide Tumoren können unter Umständen bereits durch die Bauchwand ertastet werden. Weitere Hinweise können eine Sonografie, eine Endoskopie oder Laparatomie geben. Die Diagnose wird wiederum durch Biopsie und Zytologie gestellt.
Beim peripheren malignen Lymphom (auch multizentrische Leukose) sind die Lymphknoten außerhalb der Körperhöhlen betroffen. Diese Lokalisation ist bei Katzen, im Gegensatz zum malignen Lymphom bei Hunden, selten. Klinisch äußert sich die Erkrankung unspezifisch, es treten zumeist schmerzlose Vergrößerungen der Lymphknoten auf. Später können Metastasen in Leber, Milz und Knochenmark auftreten.
Die Diagnose erfolgt durch Biopsie oder Entfernung des ganzen Lymphknotens und anschließender histologischer Untersuchung.
Bei der leukämischen Leukose (oder Lymphoid-leukämischen Form) ist primär das Knochenmark betroffen und entartete Lymphozyten zirkulieren im Blut (Leukämie). Fieber, Schwäche, Anorexie, Gelbsucht, Fieber, Blutarmut (Anämie) und blasse Schleimhäute sind häufig.
Maligne Lymphome der Niere machen etwa 15 % der Fälle aus und treten vor allem bei älteren Tieren auf. Die Blutwerte für Harnstoff und Kreatinin sind erhöht. In fortgeschrittenen Fällen kommt es zu einem Nierenversagen.
Maligne Lymphome des Zentralnervensytems kommen meist bei FeLV-positiven jüngeren Tieren vor oder in Anschluss an eine Chemotherapie von Nieren-Lymphosarkomen. Die Tumoren treten vor allem im Wirbelkanal auf und das klinische Bild hängt sehr stark von der Lokalisation und vom Ausmaß der Kompression des Rückenmarks ab. Die neurologischen Ausfälle reichen von Paresen, Ataxien bis hin zu Hyperästhesien. Röntgenologisch lassen sich zumeist keine Veränderungen der Wirbel nachweisen, allenfalls eine Myelografie kann Hinweise auf einen raumfordernden Prozess bringen. Differentialdiagnositsch sind eine Reihe von anderen zentralnervösen Erkrankungen auszuschließen, wobei man sich am besten am VETAMIN D-Schema orientiert.
Maligne Lymphome der Haut sind selten und treten allenfalls bei sehr alten Katzen (>11 Jahre) auf. In der Oberhaut können sogenannte Pseudo-Abszesse auftreten oder auch tieferliegende und eher diffus verteilte Ansammlungen von Lymphozyten.
Weitere mögliche Lokalisationen maligner Lymphome sind die Nasenhöhle, die Bindehaut und das Auge.