Katze

Mammatumoren sind die beim Hund am häufigsten auftretenden Neubildungen mit einer Inzidenz von mindestens 258 Erkrankungen pro 100.000 nicht kastrierten Hündinnen. Sie treten kaum vor dem dem vierten Lebensjahr auf, die am häufigsten betroffenen Tiere sind älter als sieben Jahre, wobei die meisten Fälle im Alter zwischen 10 und 14 Jahren vorkommen. Eine Kastration des Tieres vor der ersten Läufigkeit verhindert die Entstehung von Gesäugetumoren nahezu vollständig, bei einer Kastration bis zum Alter von 2,5 Jahren sinkt die Wahrscheinlichkeit einer späteren Tumorentstehung auf ein Viertel. Auf die Entstehung maligner Neoplasien hat eine Kastration zu einem späteren Zeitpunkt keinen Einfluss mehr, die Inzidenz benigner Tumoren ist jedoch niedriger als bei intakten Tieren. Der Einsatz von läufigkeitsverhindernden Sexualhormonen (insbesondere Kombinationen von Gestagenen und Östrogenen) erhöht das Risiko der Entstehung benigner Tumoren. Eine stattgefundene Trächtigkeit hat keinen Einfluss auf eine spätere Tumorentstehung.

Lediglich 20 bis 40 Prozent der Milchdrüsentumoren des Hundes sind bösartig. Es handelt sich hierbei überwiegend um verschiedene Karzinomtypen, in etwa 3 Prozent der Fälle liegt ein Sarkom vor, noch seltener kommt ein Mischtyp (Karzinosarkom) vor. Unter den benignen Tumoren kommen vor allem Adenome vor. Daneben werden nicht klassifizierte Tumoren und Dysplasien oder Hyperplasien der Mamma (Fibrosen, Zysten, duktale Hyperplasie, lobulare Hyperplasie, Gynäkomastie) gefunden.

Die Metastasierung maligner Tumoren erfolgt überwiegend lymphogen in die regionalen Lymphknoten hinein oder hämatogen in die Lunge. Metastasen in andere Organe sind als diagnostisches Kriterium eher die Ausnahme (weniger als 10 Prozent der Fälle mit Organmetastasen haben keinen entsprechenden Lungenbefund). Ein klinisches Bild ähnlich der bei Katzen relativ häufig zu findenden Knochenmetastasen in den distalen Gliedmaßen kann durch ein paraneoplastisches Syndrom (Akropachie) hervorgerufen werden.

Therapie der Wahl ist die chirurgische Therapie. Entsprechend der individuellen Situation des betroffenen Tieres kommt es zur partiellen oder kompletten Mastektomie. Eine präoperativ durchgeführte zytologische Untersuchung gibt keinen sicheren Hinweis auf die Dignität des Tumors. Begleitend zur Operation durchgeführte Chemotherapien mittels Doxorubicin zeigten in Einzelfällen Erfolge, ein Einfluss auf die Lebenserwartung ist jedoch nicht sicher nachgewiesen. Das Gleiche gilt für den Einsatz einer Strahlentherapie.

Gesäugetumoren bei Katzen verhalten sich wesentlich aggressiver als bei Hunden. In 86 bis 94 % der Fälle handelt es sich um maligne Adenokarzinome. Wie der Brustkrebs des Menschen metastasieren sie bevorzugt in Knochen und Lunge. Bei Katzen sind Gesäugekarzinome so häufig, dass bei Lahmheit Knochenmetastasen durch Gesäugekarzinome als Ursache in Betracht gezogen werden muss, da ein bevorzugtes Ziel der Metastasen die distalen Akren sind. Eine wesentliche benigne Differentialdiagnose mit teils imponierenden Ausmaßen ist die feline Fibroadenomatose.

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