Sonstiges

Während der Marderhund in Japan selten geworden ist, nimmt seine Zahl in Europa stetig zu. Weil derartige Neozoen, die in der neuen Umgebung keine natürlichen Feinde besitzen, das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen können, wird die Ausbreitung des Marderhundes oft kritisch gesehen. Es wird vor allem befürchtet, dass er auf Wiesen, in Küstenschutzgebieten und in Höhlen brütende Vogelarten verdrängen könnte. Bisher hat man allerdings noch nicht wissenschaftlich zweifelsfrei belegt, dass eine bestimmte Tierart durch die Ausbreitung des Marderhunds in ihrem Bestand bedroht ist.

Nach der Berner Konvention von 1999 soll die Ausbreitung invasiver Tierarten wie des Marderhunds (neben Waschbär und Mink) streng kontrolliert werden. Seit 1996 unterliegt er daher in manchen Bundesländern dem Jagdrecht, wobei im Jahr 2004 ungefähr 11.000 Abschüsse offiziell registriert wurden. Im Jahr 2006 betrug die Zahl der erlegten Marderhunde in der Bundesrepublik bereits 27.512 Stück. Auf dem Bundesjägertag 2005 wurde von den Jägern zudem eine „nationale Strategie gegen invasiv gebietsfremde Arten“ gefordert.

Wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Waschbären heißt der Marderhund im Englischen Raccoon Dog; auch im Deutschen hört man manchmal irreführende Bezeichnungen wie „Sibirischer Waschbär“.

Im Japanischen heißt er Tanuki. In japanischen Fabeln ist er einer der Hauptfiguren neben Kitsune, dem Rotfuchs. Der Marderhund erscheint hier als Meister der Verkleidung und Gestaltänderung (siehe Yōkai). Er ist so populär, dass seit alters Statuen gebaut wurden, die Marderhunde zeigen.

Der Marderhund ist neben dem Rotfuchs ein Wirt im Lebenszyklus des Fuchsbandwurms.

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