Merkmale

Der Pardelluchs (Lynx pardinus), auch Iberischer Luchs genannt, ist ein sehr seltener Luchs Spaniens und Portugals. Die Art galt lange Zeit als Unterart des Eurasischen Luchses, dessen Ursprung im östlichen Eurasien liegt. Im Gegensatz zu diesem hat sich der Pardelluchs jedoch stammesgeschichtlich im Südwesten Europas entwickelt und wird deswegen heute als eigenständige Art eingestuft.

Der Lebensraum des Pardelluchses ist der mediterrane Buschwald. Seine Spezialisierung auf einen bestimmten Lebensraum und sein schon immer kleines Verbreitungsgebiet haben dazu geführt, dass der Pardelluchs eine der bedrohtesten Katzenarten weltweit ist. Seit dem Jahre 2001 versucht die spanische Regierung, diese Art durch ein Erhaltungszuchtprogramm vor dem Aussterben zu bewahren.

Pardelluchse sehen dem Eurasischen Luchs prinzipiell sehr ähnlich. Wie diese sind sie hochbeinig. Sie haben einen runden, katzentypischen Schädel und weisen einen ausgeprägten Backenbart auf, der mit seinen fünf bis acht Zentimetern Länge ausgeprägter als beim Eurasischen Luchs ist. Pardelluchse haben den für Luchse charakteristischen Stummelschwanz, wobei bis heute ungeklärt ist, welchen Vorteil Luchse aus der Entwicklung dieses kurzen und für Katzen nicht charakteristischen Schwanzes gezogen haben. An den Enden der kleinen, dreieckigen Ohren finden sich drei Zentimeter lange Pinselhaare. Diese sind wie beim Eurasischen Luchs für die Hörfähigkeit dieser Luchse von Bedeutung, bei letzterem konnte man anhand von Experimenten zeigen, dass der Verlust der Pinsel die Hör- und Ortungsfähigkeit einschränkt.

Pardelluchse sind wesentlich kleiner als die weiter im Norden verbreiteten Eurasischen Luchse. Mit einem Körpergewicht zwischen neun und fünfzehn Kilogramm bringen sie weniger als zwei Drittel des Gewichts eines Eurasischen Luchses auf die Waage. Ihre Größe beträgt 85 bis 110 Zentimeter. Das Fell ist meistens deutlicher und stärker gefleckt als das des nördlichen Verwandten. Es werden dabei zwei unterschiedliche Farbvarianten unterschieden. Der sogenannte Großfleckentyp weist auf seinem Fell etwa 12 Flecken mit einem durchschnittlichen Durchmesser von zwei Zentimetern auf. Häufiger ist jedoch der sogenannten Kleinfleckentypus, dessen Flecken nur einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter haben. Das Fell ist insgesamt weniger dicht als beim Eurasischen Luchs. Die Grundfarbe des Fells ist ein rötliches Gelb. Bei dem Kleinfleckentyp entsteht durch die feine Tüpfelung der Eindruck, dass das Fell deutlich dunkler als beim Eurasischen Luchs sei.

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