Fuchs und Mensch

Von allen wildlebenden Fleischfressern haben Rotfüchse das größte geographische Verbreitungsgebiet: In Nordamerika kommen sie von den Aleuten bis Neufundland vor mit Ausnahme von Arizona, Süd-Florida und einem Streifen von Alberta bis Mexiko. Rotfüchse besiedeln Eurasien von Irland bis zum Beringmeer. In Nordamerika leben Rotfüchse nördlich des Polarkreises, an der Küste von Texas in fast tropischen Gebieten.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auch in Australien Rotfüchse zur traditionellen Fuchsjagd aus England importiert. Die dort lebenden, langsamen Beuteltiere waren an die Neubesiedler nicht angepasst und wurden leichte Beutetiere. Heute ist ganz Australien bis auf das Northern Territory und die nördlichen Teile von Queensland von Füchsen besiedelt. 1893 wurden die ersten Kopfgelder ausgesetzt. Die Bekämpfung von Füchsen in Australien erfolgt derzeit u. a. mit Gift (alle Angaben nach MacDonald 1993).

Der Nahrungsopportunist Rotfuchs stellt an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. Wälder, Grasland, Äcker und in jüngerer Zeit zunehmend auch Vorstädte sind unterschiedlich geeignete Lebensräume für den Rotfuchs.

Wildtiere wie Haussperling, Amsel und Tauben gehörten schon längere Zeit zum gewohnten Stadtbild. Verborgener sind stadtbewohnende Säugetiere wie Steinmarder oder Igel. Die ersten Stadtfüchse wurden in den 1930ern in Londoner Vororten mit hohem Grünflächenanteil bekannt. Ab den 1980er-Jahren traten vermehrt Berichte von Fuchsbeobachtungen in Großstädten auf dem europäischen Festland auf (z. B. in Berlin, Oslo und Zürich), die aber zunächst nur als Einzelfälle gewertet wurden. Inzwischen sind Füchse wahrscheinlich in den meisten Städten präsent, aber nicht überall in hohen Dichten. Die Stadt bietet für Füchse folgende Angebote:

  • Bereiche ohne menschliche Störung (Nachts: Friedhöfe, Parks)
  • Kleinräumige Strukturen
  • Reiches Nahrungsangebot: Komposthaufen, Essensreste, Früchte, Insekten, Mäuse
  • Sichere Rückzugsplätze (Schuppen, Holzstapel)
  • Keine großflächige Bejagung

Auch von Elster und Rabenkrähe zum Beispiel ist zum Teil aus ähnlichen Gründen eine Verstädterung bekannt. Während die Streifgebiete der Füchse in ländlichen Gegenden 116–353 (Schweizer Jura) und 2000 Hektar (Kanada) groß sind, ist das Revier von Stadtfüchsen deutlich kleiner. Eine Zürcher Studie ermittelte im Schnitt ca. 30 Hektar (20 untersuchte Tiere), die intensiv genutzten Bereiche waren sogar oft nur wenige Hektar groß. Die geringe Größe der Streifgebiete zeigt, dass die Stadt offenbar günstige Lebensgrundlagen bereitstellt. Stadtfüchse sollten nicht gefüttert oder gezähmt (Streichelversuche) werden, da halbzahme Füchse manchmal aufdringliches Verhalten zeigen und dann oft geschossen werden.

Obwohl beide zur Familie der Hundeartigen gehören, lassen sich Füchse und Hunde aufgrund verschiedener Chromosomenzahlen (Rotfuchs: 34-38, Haushund: 78 Chromosomenpaare) nicht kreuzen.

Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der so genannten Ranzzeit. Da der Rüde von Dezember bis Anfang März befruchtungsfähig ist, die Fähe hingegen nur 2-3 Tage im Januar / Februar (März), folgt der Rüde über einen längeren Zeitraum einer auserwählten Füchsin, um ihr Abwehrverhalten genau zu diesem Zeitpunkt überwinden zu können. Mehrere Begattungen erhöhen den Erfolg der Befruchtung; je nach Sozialstruktur der Fuchspopulation paart sich der Rüde auch noch mit anderen Fähen bzw. die Fähen mit mehreren Rüden. Daher kann ein Wurf Jungfüchse verschiedene Väter haben.

Der meist umfangreiche Bau besitzt neben der Hauptröhre mehrere Fluchtröhren. Die beim Graben anfallende Erde wird zum Ausgang befördert und dort nach allen Seiten verstreut, so dass sich ein fächerförmiger Wall um den Eingang bildet. Allerdings wird nicht immer ein großer Bau gegraben; Füchse nehmen auch einfache Behausungen unter Gartenhäusern, Baumstümpfen oder Felsspalten für die Jungenaufzucht an. Zudem können sie alte Baue von Dachsen übernehmen; wenn der Bau groß genug ist, kommt es auch vor, dass Fuchs und Dachs gemeinsam darin wohnen.

Für die Fuchsjagd werden oft Kunstbaue angelegt: „Solche Anlagen können viel jagdlichen Erfolg bieten, wozu neben den Füchsen auch gelegentlich eine verwilderte Katze oder ein Marder zu zählen sind. Richtig angelegte künstliche Baue lassen sich gut sprengen“ (Treiben des Fuchses aus dem Bau mit Erdhunden und anschließendem Schuss).

Besetzte Fuchsbauten erkennt man an herumliegenden Beuteresten, dem blankem Sandboden und Fußspuren. Der typische Fuchsgeruch wird in der Literatur oft als „durchdringlicher Raubtiergeruch“ o. ä. beschrieben. Er kann jedoch auch von Harnmarkierungen am Eingang verursacht sein und bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass sich gerade ein Fuchs im Bau befindet. Nicht-markierende Füchse haben einen „kaffeeartig-muffigen“ Geruch, allerdings ist das Empfinden von Gerüchen stark vom Beobachter abhängig.

Nach einer Tragzeit von ca. 50 Tagen gebiert die Füchsin durchschnittlich 4 bis 6 Junge. Die Anzahl der Jungfüchse eines Rudels ist stark abhängig

  • vom Nahrungsangebot: je mehr Nahrung, desto mehr Jungfüchse;
  • von der Sozialstruktur der jeweiligen Fuchspopulation: je stabiler, desto weniger Jungfüchse;
  • von der Sterblichkeitsrate der Population: je höher (z. B. durch starken Jagddruck), desto mehr Jungfüchse.

Nicht jede Füchsin bringt jedes Jahr Junge zur Welt. Generell beteiligen sich weniger junge Füchsinnen an der Fortpflanzung als ältere: In Gebieten, wo Füchsinnen in stabilen Familiengruppen leben, dürften die meisten unfruchtbaren Weibchen rangniedrigere Gruppenmitlieder sein. In Bereichen, wo Füchsinnen üblicherweise abwandern, werden diejenigen, welche kein Territorium ergattern konnten, keine Jungen aufziehen (und weil mehr junge Füchsinnen abwandern als ältere, dürfte ein großer Prozentsatz von diesen ohne Territorium und daher ohne Junge sein).
Die ca. 80–160 Gramm schweren Fuchswelpen sind anfangs blind und tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach 12 bis 14 Tagen öffnen die Welpen erstmals die Augen. Sie werden 4 bis 6 Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt hat bereits ein Fellwechsel stattgefunden; die Jungfüchse haben nun die fuchstypische rötliche Farbe.

Sobald die Milchzähne hervortreten, haben die Jungfüchse ein starkes Bedürfnis, auf geeigneten Gegenständen herumzukauen (bei Stadtfüchsen z. B. Schuhe). Etwa im Alter von etwa 25 Tagen entwickeln sie eine Hierarchie untereinander.

Rüden sind bei der Jungenaufzucht behilflich, indem sie Beute zur Fähe an den Bau bringen. Kommt die Fähe ums Leben, führt manchmal der Rüde die Versorgung der Welpen fort. Teilweise ziehen auch 2 Füchsinnen gemeinsam ihre Jungen in einem Bau auf.

Rotfüchse können besonders während der Jungenaufzuchtszeit empfindlich auf menschliche Anwesenheit reagieren und sollten daher v. a. in dieser Zeit nicht gestört werden.

Insbesondere die Rüden verlassen im Zeitraum September bis November das elterliche Revier, während die Fähen manchmal bei den Eltern bleiben und im nächsten Jahr bei der Aufzucht der Jungtiere der Eltern mithelfen. Auch hier gibt es starke Unterschiede in Abhängigkeit vom Aufbau der Sozialstruktur der lokalen Fuchspopulation.

Der Rotfuchs wird mit etwa 10 Monaten geschlechtsreif.

Füchse galten bis in die 1970er als Einzelgänger, die in Territorien leben und diese gegen Artgenossen verteidigen. Man nahm an, dass sich Fähen und Rüden nur zur Paarung treffen und dann wieder getrennte Wege gehen. Da Füchse sich von kleinen Beutetieren (v. a. Mäusen) ernähren und somit nicht auf ein gemeinsames Erbeuten der Nahrung angewiesen sind (wie etwa Wölfe), schien ein ausgeprägtes Sozialleben nicht notwendig. Ende der 1970er zeigten dann englische Studien bei Oxford, dass Füchse dort in Familiengruppen lebten und ein ausgeprägtes Sozialleben zeigten. Ähnliches ist inzwischen aus weiteren Gebieten bekannt geworden (z. B. Zürich).

Die Familiengruppen sind in einem gemeinsamen Territorium unterwegs, welches sie gegen fremde Artgenossen verteidigen. Zu einer solchen Gruppe gehören meist ein Rüde und eine Fähe, die sich fortpflanzen, sowie weitere erwachsene Füchse, oft Schwestern und Töchter der sich fortpflanzenden Fähe. In Zürich hielten sich neben dem Vater aber auch noch weitere Rüden im Gebiet auf. Diese nahen Verwandten sind bei der Jungenaufzucht behilflich: „Tantenrolle“ bei Abwesenheit der Mutter, Bewachen, Säugen bis hin zur Übernahme der vollständigen Elternfunktion bei Tod der Eltern.

Während der Nahrungssuche sind Füchse meist als Einzelgänger unterwegs. Untersuchungen bei Bristol (England) ergaben, dass sich ein Fuchs mit jedem anderen Familiengruppenmitglied durchschnittlich eineinhalb bis zwei Mal pro 24 Stunden trifft, die meisten dieser Treffen verlaufen freundschaftlich. Im Winter finden Treffen häufiger, v. a. nachts, statt. In dieser Zeit können die Auseinandersetzungen zunehmen, da die Paarungszeit (Ranz) in den Winter fällt und auch ein Teil der Jungfüchse abwandert.

Allgemein passen Füchse ihre Sozialstruktur den Lebensbedingungen an. Sind gute Nahrungsressourcen vorhanden, können viele Füchse in einem Gebiet leben, und es kommt zur Bildung von Familiengruppen. Diese sind demnach nicht nur auf Städte beschränkt, sondern können auch in geeigneten ländlichen Gebieten vorkommen (z. B. im Schweizer Jura).

Der Rotfuchs ist ein relativ anspruchsloser Allesfresser. Er stellt seine Ernährung bei Bestandsschwankungen der Beutetiere kurzfristig um und nimmt generell mit dem Vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet (opportunistische Ernährung). Die Nahrungszusammensetzung ist somit lokal stark unterschiedlich. Auf Feldmäuse umgerechnet, beträgt der tägliche Nahrungsbedarf ca. 15 bis 20 Mäuse (Angaben auch im Weiteren nach und ).

Eine grobe Einteilung der Nahrungsquellen kann folgendermaßen aussehen:

  • Feldmäuse: Sie stellen bei aller Variationsbreite in der Nahrung - mit lokalen Unterschieden – eine der wichtigsten Beutetierarten dar. Sie sind tags und nachts sowie das ganze Jahr über verfügbar.
  • Kaninchen können lokales Hauptbeutetier sein (z. B. in einigen Dünengebieten).
  • Regenwürmer werden insbesondere auf frischen Grünlandböden erbeutet. Aufgrund ihres Fett- und Proteingehaltes stellen sie eine energiereiche Nahrung dar.
  • Feldhase, Rebhuhn, Stockente, Lamm u. a.: Der Rotfuchs ist kaum in der Lage, gesunde Alttiere zu ergreifen, kann aber Jungtiere oder geschwächte Alttiere erbeuten. Zur Bedeutung der Ernährung von gefährdeten Bodenbrütern vgl. Abschnitt „Natur und Artenschutz“.
  • Bei Rehen können nur Jungtiere (Kitze), die noch nicht fliehen können, vom Fuchs überwältigt werden. Für ausgewachsene, gesunde Rehe stellt der Fuchs keine Gefahr dar.
  • Haushühner, Hausgänse, Hausenten werden vor allem in der Jungenaufzuchtszeit erbeutet, da die Fuchsfamilie in dieser Zeit einen hohen Nahrungsbedarf hat und 1 kg Huhn etwa so ergiebig ist wie 50 Feldmäuse.
  • Obst / Früchte (z. B. Süßkirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Brombeeren, Heidelbeeren) werden gern angenommen, wenn sie nicht zu sauer sind.
  • Aas: Wie mehrere andere Tierarten auch, haben Füchse gelernt, dass manche Straßen eine ergiebige Nahrungsquelle in Form von angefahrenen Tieren bieten. Dabei können sie selbst Verkehrsopfer werden.
  • Abfall: In Städten ernähren sich Rotfüchse neben der bisher erwähnten Kost auch von Kompost, nach draußen gestelltem Katzenfutter etc. (vgl. Abschnitt zu Stadtfüchsen). Im Gegensatz zu Katzen sind Füchse in der Lage, „süß“ zu schmecken. Reste von Schokoladenkeksen oder anderen zuckerhaltigen Essensrückständen sind daher besonders beliebt.

Bei Aussagen in der Literatur zur Nahrungszusammensetzung ist darauf zu achten, ob sich die Angaben auf Gewichtsanteile oder Stückzahlen / Individuen beziehen. Bei Darstellungen auf der Basis von Gewichtsanteilen, z. B. in Form von Tortendiagrammen, kann das Kaninchen ein viel größeres „Tortenstück“ einnehmen als Früchte oder Regenwürmer, obwohl nur ein Kaninchen, aber 50 Beeren und 20 Regenwürmer verzehrt wurden.

Bei kurzfristigem Überangebot legen Füchse auch Vorräte an. Hierzu wird in lockerem Boden ein etwa 10 cm tiefes Loch gegraben, die Nahrung hereingelegt und anschließend das Loch mit Erde und ggf. mit Laub wieder der Umgebung angeglichen. Das spätere Aufsuchen des Verstecks erfolgt über den Geruchssinn.

Zum Nahrungsspektrum des Luchses gehören unter Umständen auch Füchse, meistens Jungfüchse. Auch Wölfe jagen Füchse, andererseits sind durchaus relativ friedliche Beziehungen, z. B. aus Alaska, bekannt.

Manchmal leben Füchse und Dachse im selben Bau, ein friedliches Zusammenleben ist jedoch nicht immer gegeben, die Jungtiere sind vor der jeweiligen anderen Art nicht sicher. Werden die Jungfüchse älter und lebhafter, fühlen sich die meisten Dachse offenbar gestört und verlassen den Bau; dies hat nichts mit dem Eigengeruch der Füchse zu tun.

In der Stadt begegnen sich Füchse und Katzen häufig. Meistens beachten sie sich kaum. Für Füchse sind Katzen eine zu wehrhafte Beute; zudem wäre in Siedlungsräumen mit großem Nahrungsangebot der Angriff auf eine Katze ein unnötiges Risiko. Es kann aber vorkommen, dass ein übermütiger Fuchs eine Katze zum Spielen auffordert. Katzen können sich durch Buckeln und Fauchen gegen unerwünschte Annäherung durch den Fuchs wehren oder diesen sogar zur Flucht veranlassen. Nur in außergewöhnlichen Situationen kommt es vor, dass Füchse versuchen, eine (wenige Wochen alte) Jungkatze oder eine durch Krankheit oder Unfall geschwächte Katze zu erbeuten.

Ein Steinadler kann selbst ausgewachsene und gesunde Füchse schlagen, bevorzugt jedoch Jungtiere .

Für ausgewachsene, gesunde Füchse ist der Uhu kein relevanter Gegner. Jungfüchse können erbeutet werden, dies jedoch wohl auch eher selten, so waren unter 2197 Beutetieren in Sachsen nur zwei Jungfüchse. Umgekehrt sind auch Verluste des Uhus durch Füchse relativ selten und am ehesten bei Bodenbruten anzunehmen.

In europäischen Füchsen wurden 55 Wurmarten nachgewiesen mit geographisch unterschiedlichen Schwerpunkten. Häufig sind Bandwürmer, insbesondere der Fuchsbandwurm. Daneben treten Fadenwürmer sowie als Ektoparasiten Flöhe (v. a. Hundefloh), Zecken und Milben auf. Letztere können die Räude hervorrufen.

Zu den Virusinfektionen zählen die Fuchsencephalitis, Staupe und Tollwut, zu den bakteriellen Infektionen z. B. die Leptospirose.

Die Lebenserwartung ist je nach Population verschieden: Wo die Sterblichkeit höher ist (z. B. durch starke Bejagung oder eine hohe Zahl von Verkehrsopfern), sinkt das Durchschnittsalter. Bei der Interpretation der Angaben zur Altersstruktur ist zu berücksichtigen, dass diese meist auf Todfunden beruhen und insofern einer Verzerrung unterliegen können, als z. B. geschossene Füchse gegenüber schwer auffindbaren Krankheitsopfern überrepräsentiert sind.

Generell sterben die meisten Füchse, bevor sie ein Jahr alt werden; meist sind ca. 95 % der Tiere einer Population nicht älter als vier Jahre. Insbesondere im Herbst und Winter ist die Mortalität der Jungfüchse aufgrund der starken Bejagung und der Wanderung (erhöhte Zahl von Verkehrsopfern) hoch.

In Bristol betrug das Durchschnittsalter der Population vor einem großen Räude-Ausbruch 18 Monate. Die Altersverteilung von 1.628 toten Füchsen war dabei wie folgt: 52 % < 1 Jahr; 24 % 1-2 Jahre; 12 % 2-3 Jahre; 6 % 3-4 Jahre; 3 % 4-5 Jahre; 3 % > 5 Jahre. Ähnlich war die Altersverteilung bei einer Probe von 1.110 toten Füchsen während einer Zeit starker Bejagung aus London, das Durchschnittsalter war hier mit 14 Monaten sogar noch etwas geringer. In ländlichen Regionen Englands waren teilweise fast 80 % der getöteten Tiere jünger als 1 Jahr. Die bisher jüngste Population wurde in Iowa bekannt, als sieben Jahre lang doppelte Prämien für Fuchsfelle gezahlt wurden: 84 % der erbeuteten Füchse war jünger als ein Jahr.

Auch die soziale Stellung kann einen Einfluss auf die Lebenserwartung haben: Dominante Stadtfüchse in Bristol waren mit durchschnittlich 4,5 Jahren älter als subdominante Tiere mit durchschnittlich 2,1 Jahren. In Gefangenschaft können Füchse bis zu 14 Jahre alt werden.

Rotfuchsfelle werden für Bekleidungszwecke genutzt, wobei die Nachfrage stark von der jeweiligen Mode und der Akzeptanz von Pelzen abhängt. In Pelztierfarmen werden vor allem seltene Farbschläge wie Silberfüchse und Kreuzfüchse gezüchtet (siehe Rotfuchspelz).

Insbesondere im Rahmen des Artenschutzes (vgl. Absatz „Arten- und Naturschutz“) gibt es wiederholt Aufrufe, nachdem das Tragen von Fuchspelzen als ein Beitrag zum Naturschutz zu sehen bzw. zu fördern sei. Zudem wird der Fuchspelz teilweise als eine nachwachsende Ressource bezeichnet, die man nachhaltig nutzen sollte. So meinen z. B. Behrend & Labhardt (1992), dass sich der Fuchspelz „nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, obwohl Tierschützer zum Boykott gegen dieses älteste und haltbarste Naturprodukt aufgerufen haben. Pelzfarmen (…) lohnen sich für Füchse nicht. Da die Tiere in ausreichend großer Zahl in der freien Wildbahn erbeutet werden können, braucht man sie nicht in Gefangenschaft zu züchten.“ Fuchspelz von Wildtieren ist inzwischen auch als „Öko-Fur“ oder „Happy Fur“ auf dem Markt. (z. B.). Tierethische Gesichtspunkte bezüglich der Ebene des Individuums (z. B. mögliche Schmerzen / Leiden während der Jagd und des Tötungsvorganges) werden dabei nicht berücksichtigt oder als unseriös bezeichnet (; ). V. a. im englischsprachigen Raum wird dagegen seit etwa 20 Jahren das Thema Tierethik auch bei Wildtieren verstärkt diskutiert (vgl. Angaben unter Weblinks) und hat auch zu lokalen Initiativen für den Rotfuchs geführt (z. B. , ).

Archäologen haben auf der Orkney-Insel vor der Nordküste Schottlands Hinweise auf die Zucht von Füchsen in der späten Eisenzeit entdeckt. Nach dem Überfall der Wikinger auf Schottland um 800 soll die Zucht eingestellt worden sein.

Die Fuchsjagd wird in vielen Staaten legal betrieben. Besonders umstritten ist die Fuchsjagd in Großbritannien, wo die Art ihrer Durchführung zum Streitthema zwischen Tierschützern und Jägern geworden ist. Seit Februar 2005 ist die Parforcejagd zu Pferde mit Hundemeuten offiziell in ganz Großbritannien verboten, was den Diskussionen aber kein Ende gesetzt hat.

In Deutschland wurde Ende der 1960er bis in die 1970er eine Baubegasung bei allen erreichbaren Fuchsbauen durchgeführt, um die Ausbreitung der Tollwut zu stoppen. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht.

Für die Bestandsabnahmen von Bodenbrütern wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Auerhuhn wird seit einigen Jahren neben der Lebensraumverschlechterung als Hauptursache (v. a. durch intensive Landwirtschaft) auch die Prädation durch den Rotfuchs angegeben (z. B. ; ausführliches Literaturverzeichnis bei). Dies führte zur Forderung und Durchführung eines Prädatorenmanagements als Artenschutzstrategie (z. B. ), das bei ganzjähriger und intensivster Bejagung auch die gewünschten Erfolge zeigen kann (z. B. ). Früher war das Vorkommen der Wiesenvögel und anderer heute als naturschutzfachlich bedeutsam angesehener Arten ein nicht beabsichtigtes Nebenprodukt der landwirtschaftlichen Tätigkeit des Menschen. Eine Landwirtschaft, die sich an Marktpreisen orientieren muss, kann die Bedürfnisse dieser Arten (vernässte, extensiv bewirtschaftete Flächen) zumindest nicht mehr großflächig erfüllen. Wegen der aktuell hohen Lebensraumkapazität für Füchse ist mittelfristig nicht mit besseren Bedingungen für viele seltene Bodenbrüter im Sinne einer "Entlastung" von Prädation zu rechnen. Das Fuchsmanagement geht daher in Richtung Daueraufgabe: So, wie man eine Beweidung für eine orchideenreiche Flächen durchführt, „mäht“ man auch die Prädatoren, um Brachvögel und Uferschnepfen zu erhalten ("zoologische Biotoppflege"). Möglichkeiten eines nichtlethalen (ohne Töten) Managements sowie tierethische Aspekte werden dabei nicht oder nur im Halbsatz berücksichtigt oder als unseriös - sentimental verurteilt.

Einige Autoren fanden allerdings in ihren Untersuchungen keinen stark negativen Einfluss des Fuchses auf Bodenbrüter. Bei einer niederländischen Studie zu den Wirkungen der Prädation auf Wiesenvögel zeigte sich, dass Säugetiere (z. B. Fuchs, Hermelin, Iltis) v. a. die Gelege, Vögel (z. B. Mäusebussard, Graureiher) eher die Küken der Wiesenvögel erbeuteten. Der Fuchs stellte sich in den meisten Fällen (nicht überall!) als Hauptprädator der Gelege dar. Insgesamt nahm der Prädationsdruck mit zunehmender Offenheit der Landschaft ab. In den Modellierungen der Untersuchung war die Prädation auf Küken für die Population der Wiesenvögel der wirkungsvollste Faktor, während die Wirkung der Gelegeprädation geringer oder vergleichbar zu anderen Faktoren (z. B. Verluste durch Mahd) war. Die Autoren weisen auch auf die Rolle von Nestkontrollen z. B. zum Schutz vor Verlusten durch Mahd (u. a. Markierung der Nester durch Stäbe) hin, durch die möglicherweise manche Prädatoren erst auf ein Nest aufmerksam werden.

Die Folgerung, ein Prädatorenmanagement als Artenschutzstrategie durchzuführen, ist – selbst bei (lokalem) Nachweis einer negativen Wirkung des Fuchses auf bedrohte Bodenbrüter - keine wissenschaftliche Konsequenz, sondern eine Bewertung und somit eine ethische Frage im Spannungsfeld Artenschutz - Tierschutz im Naturschutz; zudem ist die Wirksamkeit des Prädatorenmanagements nicht immer gegeben (z. B. ). Umstritten scheint insbesondere der z. B. von geforderte Aufwand der Prädatorenkontrolle (und zahlreicher anderer „Pflegeeinsätze“) für Arten, die Deutschland als Randareal besiedeln (z. B. Großtrappe).

Tierethische Fragen gegenüber Wildtieren werden seit etwa 15 Jahren verstärkt im angelsächsischen Raum diskutiert (vgl. Zeitschriftenliste bei Weblinks; für Füchse z. B. ), während sie in Deutschland bisher weitgehend unberücksichtigt geblieben sind.

Die Bezeichnung „Reineke“ basiert auf einem lateinischen Gedicht aus dem Jahr 1150 mit dem Titel „Ysegrimus“, in dem der Fuchs als „Reinardus“ auftritt Im Jahr 1175 schrieb Pierre Saint den „Roman de Renard“. Diese als eine Parodie auf den höfischen Lebensstil gedachte Geschichte stellt den Fuchs in einer Doppelrolle als Schurken und Helden dar (Details siehe Reineke Fuchs). Im weiteren Mittelalter breiteten sich Geschichten mit „Reineke“ rasch aus. Dabei wird der Fuchs als falsch, rachsüchtig, widerspenstig, schlau und einzelgängerisch dargestellt. Bis ins 20 Jahrhundert dominiert eine negative Darstellung von Füchsen in Märchen und Kinderbüchern: z. B. in Grimms Märchen als listige Figur (KHM 57, 72, 74, 132, 191) oder als Überlisteter (KHM 8, 38, 45, 75, 86), in der Geschichte von Nils Holgersson oder im Kinderlied Fuchs du hast die Gans gestohlen.

Die Erzählung „Vixen – eine Mutter“ von Seton (1900), in der eine Füchsin um ihr von Menschen gefangenes Junges kämpft, nachdem der Vater und die anderen Jungen getötet wurden, enthält für die damalige Zeit einige bemerkenswerte kritische Untertöne, die mehr Respekt gegenüber dem Fuchs fordern. Andererseits finden sich in derselben Geschichte auch die damals üblichen Bewertungsmuster, die den Fuchs als grausames Raubtier darstellen: „Oft brachte sie (die Füchsin) Mäuse oder Vögel lebend nach Haus und vermied mit teuflischer Vorsicht, sie ernstlich zu verletzten, damit die Füchschen sich länger daran belustigen könnten, die armen Opfer zu Tode zu quälen (S. 137).“

Bemerkenswert ist auch das 1930 erschienene Kinderbuch „Gideon im Wald“ (Neuausgabe: 1977 ): Der brave Enterich Gideon will die schwachen Tiere gegen die starken, bösen Raubtiere (insbesondere Fuchs und Wolf) in Schutz nehmen. Als der Fuchs „Reineke“ gerade ein „unschuldiges Kaninchen“ verdaut, wird er von Ziege und Enterich überwältigt: „Die Ziege (…) machte einen Satz nach vorn und nagelte mit ihren Hörnern die Ohren des Fuchses an den Baum, unter dem er schlief. Reineke schrie vor Schreck, Gideon vor Freude und Aglaja (die Ziege) voller Triumph.“ Der Fuchs muss dann vor den versammelten Hoftieren einige unangenehme Prozeduren über sich ergehen lassen, u. a. bekommt er einen Angelhaken in die Nase. „Von nun an musste er sich von zarten Grashalmen ernähren. Unter solchen Bedingungen verlor er die Hälfte seines Gewichts und litt zunehmend an Anämie. Er wurde so hinfällig, dass er seine schwachen Knochen kaum mehr voranschleppen konnte.“ Schließlich wird der Fuchs vom hungernden Wolf, der eine ähnliche Behandlung hinter sich hat, aufgefressen. „Mit all diesen Taten galt Gideon landauf, landab als großer Held. Zu seinem Geburtstag versammelten sich alle seine Freunde und riefen: „Hoch lebe der gute, der großmütige, der kluge Gideon!“

Neuere Kinderbücher weisen den Füchsen mehr positive Eigenschaften zu (siehe Literaturliste), ebenso die Furry – Bewegung. Allerdings erschien noch in den 1980ern in der Pumuckl-Kinderzeitschrift ein Seriencomic mit Waldtieren, wo der Fuchs als Bösewicht dargestellt wurde. In einer Geschichte sammelten alle Waldtiere Müll, um ihn vor / im Fuchsbau abzuladen.

In der Bibel wird der Fuchs erwähnt in Neh 3,36 und Lukas 13,32. In kirchlichen Werken des Mittelalters tritt er meist in keinem guten Licht auf.

Auch in Japan spielt der Rotfuchs eine Rolle in Mythologie und Fabel (siehe Kitsune). In China galt er nicht nur als Symbol für Schlauheit und List, sondern auch für erotische Verführung und Dämonie. Zahlreich sind insbesondere die Erzählungen, in denen sich Männer mit einem Fuchsgeist in Gestalt einer schönen Frau einlassen und dabei ihr Verderben finden.

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