Der häufigste Spulwurm bei Katzen ist Toxocara mystax, seltener ist der Befall mit Toxascaris leonina. Beide Spulwurmarten kommen weltweit vor und der Spulwurmbefall ist eine sehr häufig auftretende Endoparasitose. Die bis zu 10 cm langen adulten Spulwürmer leben im Dünndarm. Der Befall bleibt zumeist klinisch unauffällig, erst bei stärkerem Befall treten unspezifische Symptome wie leichter Durchfall und Nährstoffmangel auf. T. mystax ist ein Zoonoseerreger und kann als Wanderlarve beim Menschen zu Organschäden führen. Die Bekämpfung erfolgt durch gegen Nematoden wirksame Wirkstoffe (Wurmkur).
Die Wurmweibchen produzieren sehr viele Eier, die mit dem Kot in die Umwelt gelangen. In den Eiern entwickeln sich nach etwa vier Wochen die infektiösen Larven.
Die Ansteckung erfolgt stets peroral und kann auf drei Wegen erfolgen:
- über die Aufnahme mit Larven infizierter Transportwirte,
- von der Katzenmutter auf ihre Welpen über die Muttermilch (nur bei T. mystax) oder
- als Schmutzinfektion durch Aufnahme larvenhaltiger Eier.
Prinzipiell benötigen Spulwürmer keine Zwischenwirte. Dennoch ist die Ansteckung über Transportwirte wie Nagetiere der häufigste Infektionsweg bei erwachsenen Katzen. Die Transportwirte infizieren sich durch Aufnahme von infektiösen Larven aus mit Katzenkot verunreinigten Böden oder Nahrungsmitteln. Die Larven wandern im Transportwirt durch die Darmwand über den Blutkreislauf in die Muskulatur oder innere Organe, entwickeln sich in ihnen aber nicht zu adulten Würmern. Bei der Verdauung werden die Larven aus den Beutetieren freigesetzt und wandern für etwa drei Wochen in die Darmwand, um dann wieder in das Darmlumen zurückzukehren.
Bei einer Schmutzinfektion nimmt die Katze selbst larvenhaltige Eier auf. Die Larven werden im Magen freigesetzt und durchbohren ebenfalls die Magen- oder Dünndarmwand. Über den Blutkreislauf gelangen sie in die Lunge und bohren sich dort in die luftführenden Hohlräume. Von hier aus werden sie hochgehustet und gelangen durch Abschlucken des Sputums wieder in den Dünndarm, wo sie sich zu den adulten Würmern häuten. Dieser Vorgang dauert etwa acht Wochen. Bei T. mystax können die Larven – ähnlich in den Transportwirten – aber auch über den Blutweg von der Lunge in andere Organe (unter anderem die Milchdrüse) wandern und dort ein Ruhestadium in abgekapselten Knötchen einnehmen.
Die hormonell ausgelöste Mobilisierung ruhender Larven in der Milchdrüse zum Ende der Trächtigkeit ist die Basis des dritten Infektionsweges, welcher der häufigste bei Katzenwelpen ist. Die über die Milch ausgeschiedenen Larven gelangen in den Darm der Kätzchen und verhalten sich im weiteren wie bei der Infektion über Transportwirte.